Cüppers-Gedenk-Preis für Sabine Kampmann

Seit 28 Jahren setzt sich Sabine Kampmann als Orthoptistin am Blindeninstitut Würzburg und darüber hinaus für die Belange sehbehinderter Menschen ein. Für ihr großes Engagement auf dem Gebiet »Low Vision« hat sie der Berufsverband der Orthoptistinnen Deutschlands e. V. nun auf der Jahrestagung des Verbandes in Kiel mit dem Cüppers-Gedenkpreis ausgezeichnet.

Porträt Sabine Kampmann

Sabine Kampmann, Geschäftsführerin der LowVision-Stiftung gGmbH, Orthoptistin in der Blindeninstitutsstiftung Würzburg

Aufgrund ihrer langjährigen Erfahrung bei der orthoptischen Versorgung von Menschen mit Sehbehinderung aller Altersgruppen gilt Sabine Kampmann als eine Expertin auf dem Gebiet »Low Vision«. Seit 2000 ist sie Geschäftsführerin der LowVision-Stiftung gGmbH in Würzburg. Sie engagiert sich für die interdisziplinäre Vernetzung der verschiedenen Fachgruppen und organisiert Kongresse und Fachveranstaltungen zum Thema »Sehen und Sehbehinderung«. Mit Vorträgen in ganz Deutschland und darüber hinaus bringt sie ihr Fachwissen auch in den Berufsverband der Orthoptistinnen (BOD) ein.

Auf der Jahrestagung des Verbandes am 24. November 2012 in Kiel würdigte die 1. Vorsitzende des BOD Dagmar Verlohr in der Laudatio den großen Einsatz von Sabine Kampmann für die basisorientierte Zusammenarbeit, für die gegenseitige Akzeptanz sowie für den Aufbau von Vertrauen und berufsspezifischer Kompetenz im Bereich »Low Vision«.

Den Cüppers-Gedenkpreis verleiht der Berufsverband seit 2000 alle vier Jahre an Orthoptistinnen, die sich im Sinne von Prof. Curt Cüppers um das Berufsbild der Orthoptistin verdient gemacht haben, oder für eine wissenschaftliche Arbeit bzw. einen wissenschaftlichen Vortrag aus allen Bereichen der orthoptischen Tätigkeit.

Was ist Orthoptik?
Die Orthoptik ist ein Spezialgebiet in der Augenheilkunde. In diesem Fachbereich arbeiten Orthoptistinnen und Orthoptisten, ein staatlich anerkannter medizinischer Fachberuf, zusammen mit Augen-, Kinderärzten und Neurologen. Das Aufgabengebiet der Orthoptistin ist die Verhütung (Prävention), Erkennung (Diagnose) und Behandlung von Sehschwächen jeden Alters, Schielerkrankungen, Störungen des ein- und beidäugigen Sehens, Augenbewegungsstörungen und Augenzittern. Orthoptische Einrichtungen befinden sich an Universitäts-Augenkliniken, allgemeinen Krankenhäusern, neurologischen Kliniken, in Augen- und Kinderarztpraxen, Frühförderstellen Einrichtungen für sehbehinderte Menschen, Sonderschulen und Reha-Einrichtungen (mehr Informationen unter www.orthoptistinnen.de).

»Low Vision« ist der Fachausdruck für eingeschränktes Sehen, unter dem alle Sehbeeinträchtigungen gefasst werden, die sich nicht mittels einer herkömmlichen optischen Sehhilfe wie einer Brille korrigieren lassen. Die Auswirkungen auf das tägliche Leben bei Menschen mit Sehbehinderung sind sehr unterschiedlich. Doch nur, wenn die Ursachen für das eingeschränkte Sehen geklärt sind, können adäquate Hilfestellungen im Alltag gegeben werden. Sehschwächen zu diagnostizieren und anschließend therapeutische und rehabilitative Maßnahmen einzuleiten oder an externe Fachdienste zu vermitteln, zählt zu den wichtigen Aufgaben der Orthoptistinnen am Blindeninstitut Würzburg.

Sehen im Alter
Aktuell engagiert sich Sabine Kampmann darüber hinaus im Projekt »Sehen im Alter«, mit dem die sehspezifische Versorgung von Seniorinnen und Senioren in Einrichtungen der Caritas in Unterfranken analysiert und nachhaltig verbessert werden soll. Das Besondere dabei ist, dass die Bewohnerinnen und Bewohner in den teilnehmenden Einrichtungen von einem interdisziplinären Team vor Ort in der gewohnten Umgebung untersucht und beraten werden. Die Ergebnisse der Studie werden in einem Leitfaden wissenschaftlich aufbereitet und veröffentlicht.

Das Projekt ist eine Initiative der Blindeninstitutsstiftung und der LowVision-Stiftung gGmbH in Kooperation mit dem Caritasverband für die Diözese Würzburg e. V., der Universitätsaugenklinik Würzburg und dem Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbund e. V. Es wird aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen gefördert und von weiteren Stiftungen unterstützt.

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